«Geschlossene Gesellschaft», 2006

Untertitel: 
Von Jean-Paul Sartre

Regie: Gisela Nyfeler
Spieler: Liv Lange, Maika Mattmann, Christian Spiller, Maurus Frey, Franziska Fleischli
Bühne: Dominik Gloor
Grafik: Rahel Schmidiger

Stück in einem Akt, Paris 1947.
Die Geschlossene Gesellschaft in Sartres Werk sind drei Tote, die auf die Ewigkeit in einem geschlossenen Raum zusammengepfercht sind. Hier brennt das Licht ewig, geschlafen wird hier nicht. Garcin, zu Lebzeiten Journalist, hat seine Frau gequält und als scheinbarer Pazifist in entscheidenden Situationen feige versagt. Inès, hat ihre Geliebte soweit in die Verzweiflung getrieben, dass sie sich selbst und Inès mit Gas vergiftete. Estelle, die verführerisch schöne Frau, ist eine Kindsmörderin und hat ihren Geliebten in den Tod getrieben.

Alle drei enden in der Hölle, doch diese entspricht keineswegs ihren Vorstellungen: Es gibt weder Feuer noch Fesseln und scheinbar auch keinen Folterknecht. Doch schnell wird klar, jeder ist für den anderen der Folterknecht. Zu dritt ist kein Arrangieren möglich, immer bleibt einer das «dritte» Rad am Wagen. Inès möchte mit Estelle zusammensein, doch diese will Garcin besitzen. Garcin wiederum lechzt nach der intellektuellen Anerkennung  von Inès. Alle drei können weder voneinander lassen, noch voreinander fliehen. Wenn sich zwei nähern, verletzen sie den Dritten und dieser Dritte kann jede Zweierbeziehung durch seinen Blick zerstören. «L’enfer, c’est les autres.» – Die Hölle, das sind die anderen.

Scala, Kriens